Am 21. Januar 1924 starb Lenin. Das Studium der Gesamtheit seiner Schriften, vor allem seiner grundlegenden Werke, ist eine entscheidende Aufgabe für alle Revolutionäre, die wirklich und langfristig für die sozialistische Revolution, für die Diktatur des Proletariats, für den Kommunismus kämpfen wollen. In der unmittelbar nach Lenins Tod 1924 erschienenen Schrift „Über die Grundlagen des Leninismus“ legte Stalin unverzichtbare Ausgangspunkte für das Studium des Leninismus dar. In der 1938 veröffentlichten „Geschichte der KPdSU(B) – Kurzer Lehrgang“ wird unter anderem in vielerlei Hinsicht eine wissenschaftliche Zusammenfassung der theoretischen und praktischen Leistungen Lenins gegeben. Schließlich führt die 1947 erschienene und 1999 neu aufgelegte Lenin-Biographie auf über 400 Seiten in spannender und hochinformativer Form als „kurzer Abriss“ sein Leben und Werk aus.

Vielleicht können sich viele Genossinnen und Genossen nicht mehr vorstellen, mit welchem tödlichen und treffenden Hass Lenin die Großen der imperialistischen Welt herausforderte und ihnen schwere Niederlagen zufügte, mit welch beißender und vernichtender Kritik Lenin die phrasendreschenden Opportunisten, die sich links nennenden Lügner und Betrüger herausforderte und besiegte. Das war Lenin, dem es wie keinem anderen gelang, Hass in Energie zu verwandeln und der für seine Ehrlichkeit von den Verdammten dieser Erde in schwer zu fassenden Worten als ihr Lenin angesehen wurde.

„Lenin betrügt nicht“ – er schmeichelte nicht den Massen, er kämpfte schonungslos für die Wahrheit. Lenin wusste, dass es möglich war, dass nach dem Sieg der Oktoberrevolution die Diktatur des Proletariats wieder gestürzt werden konnte. Er wusste und betonte immer wieder, dass der Klassenkampf unter der Diktatur des Proletariats weitergehen muss. Lenin betonte, dass sich der Klassenkampf verschärft:

„Die Aufhebung der Klassen ist das Werk eines langwierigen, schweren, hartnäckigen Klassenkampfes, der nach dem Sturz der Macht des Kapitals, nach der Zerstörung des bürgerlichen Staates, nach der Aufrichtung der Diktatur des Proletariats nicht verschwindet (wie sich das Flachköpfe vom alten Sozialismus und von der alten Sozialdemokratie einbilden), sondern nur seine Formen ändert und in vieler Hinsicht noch erbitterter wird.“ (Lenin, „Gruß an die ungarischen Arbeiter“, 1919, LW 29, S. 378)

Sehr genau sah Lenin die Gefahr der Restauration des Kapitalismus:

„Der Übergang vom Kapitalismus zum Kommunismus umfasst eine ganze geschichtliche Epoche. Solange sie nicht abgeschlossen ist, behalten die Ausbeuter unvermeidlich die Hoffnung auf eine Restauration, und diese Hoffnung verwandelt sich in Versuche der Restauration. Und nach der ersten ernsten Niederlage werfen sich die gestürzten Ausbeuter, die ihren Sturz nicht erwartet, an ihn nicht geglaubt, keinen Gedanken an ihn zugelassen haben, mit verzehnfachter Energie, mit rasender Leidenschaft, mit hundertfachem Hass in den Kampf für die Wiedererlangung des ihnen weggenommenen ,Paradieses‘, für ihre Familien, die ein so schönes Leben geführt haben und die jetzt von dem ,gemeinen Pack‘ zu Ruin und Elend (oder zu ,gewöhnlicher‘ Arbeit …) verurteilt werden. Und hinter den kapitalistischen Ausbeutern trottet die breite Masse des Kleinbürgertums einher, von dem Jahrzehnte geschichtlicher Erfahrungen in allen Ländern bezeugen, dass es schwankt und wankt, dass es heute dem Proletariat folgt, morgen vor den Schwierigkeiten der Umwälzung zurückschreckt, bei der ersten Niederlage oder halben Niederlage der Arbeiter in Panik gerät, die Nerven verliert, sich hin und her wirft, wehklagt, aus einem Lager in das andere überläuft …“ (Lenin, „Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“, 1918, LW 28, S. 252 f.)

Lenin betonte dabei unter den vielfältigen Kämpfen gerade den ideologischen Kampf gegen die „Macht der Gewohnheit“, denn:

„Die Macht der Gewohnheit von Millionen und aber Millionen ist die fürchterlichste Macht“ (Lenin, „Der ,linke Radikalismus‘, die Kinderkrankheit im Kommunismus“, 1920, LW 31, S. 29)

Lenin betonte, dass es sich die Kommunisten nicht leisten konnten, Fehler nicht zu korrigieren, dass Selbstkritik gegen Überheblichkeit entscheidend war, denn: „Niemand und nichts kann uns zu Fall bringen außer unsere eigenen Fehlern“ (Lenin, „II. Gesamtrussischer Verbandstag der Bergarbeiter“, LW 32, S. 44).

Die revisionistisch-konterrevolutionäre Entwicklung der sozialistischen Sowjetunion nach dem Tod Stalins hin zu einem reaktionären Polizeistaat, zu einer imperialistischen Großmacht zeigte schmerzlich, wie treffend Lenins und Stalins Analysen der Notwendigkeit der Verschärfung des Klassenkampfs im Sozialismus waren.

Lenins Leben studieren, das heißt heute in Deutschland jedoch auch, mit ganzer Kraft Lenins Leben vor 1918, bei der Verbreitung und Durchführung der bewaffneten sozialistischen Revolution, beim Aufbau der Kommunistischen Partei zu studieren.

Um das Studium des Lebens und Werks von W.I. Lenin zu erleichtern stellen wir auf der Homepage folgendes zur Verfügung:

1. Eine kurze Skizze des Lebens von Lenin – angelehnt an die zuerst 1947 erschienene Biographie Lenins – versucht, ausgehend von uns in Deutschland besonders wichtig erscheinenden ideologischen Problemen, zu einem solchen Studium des Lebens Lenins einen Beitrag zu leisten.

2. Die Lenin-Biografie „W. I. Lenin – Ein kurzer Abriss seines Lebens und Wirkens“ Moskau, 1947. Diese Lenin-Biographie überzeugt, weil sie auf der Verbindung einer Reihe von Merkmalen beruht, die in spannender und hoch informativer Form dargelegt werden: Sie macht vertraut mit den wichtigsten biographischen Daten über das Leben Lenins. Sie gibt einen ausgezeichneten Überblick über die wichtigsten Schriften Lenins und einen Einblick in seinen Arbeitsstil. Sie stellt die entscheidenden Entwicklungen der Kommunistischen Partei Russlands sowie auch der internationalen kommunistischen Bewegung (II. und III. Internationale) dar und informiert über die revolutionäre Bewegung in Russland und international zu Lebzeiten Lenins.

3. Die Lenin Werke Band 1 bis 41 inklusive der Ergänzungsbände werden als durchsuchbare PDFs zur Verfügung gestellt.